Mamis - Wichtig für mich

Warum Stillen?

Ganz einfach: Die natürliche Muttermilch ist der perfekte Vitamin-Nährstoff-Cocktail für Ihr Baby! Denn kein anderes Lebensmittel ist so auf die Bedürfnisse des heranwachsenden Babys abgestimmt wie die Muttermilch. Ihre Zusammensetzung enthält nicht nur alle wesentlichen Vitamine und Mineralien, die richtigen Mengen von Kalzium, Fett und Kohlenhydraten, sondern auch eine Vielzahl an anderen Inhaltsstoffen – Antikörper zum Beispiel, die den jungen Organismus Ihres Babys schützen. Besonders faszinierend: Muttermilch weist die einzigartige Fähigkeit auf, ihre Zusammensetzung an die Bedürfnisse Ihres Babys anzupassen. Das Kolostrum, auch bekannt als Vormilch, wird schon während der Schwangerschaft gebildet und tritt kurz nach den Geburtswehen auf. Diese erste Milch enthält wenig Fett und Laktose und ist dafür besonders reich an Proteinen. Außerdem enthält sie einen großen Anteil an Immoglobulin IgA, das eine „Schutzschicht” auf der Oberfläche des Verdauungstraktes Ihres Babys bildet, um ihn gegen schädliche Substanzen zu schützen. Nicht umsonst wird die Vormilch darum als „erste Schutzimpfung für Neugeborene“ bezeichnet. Ungefähr in der dritten Woche nach der Entbindung kommt dann die so genannte reife Milch zum Zug, deren Zusammensetzung je nach Tageszeit, Dauer des Stillens und Alter Ihres Babys variiert.
Zu Beginn des Stillens ist die Milch wässeriger, um den Durst Ihres Babys zu stillen und den Körper mit Flüssigkeit zu versorgen. Wenn das Stillen länger als einige Minuten dauert, steigert sich der Gehalt an Fetten, Proteinen und Nährstoffen in der Milch – Ihr Baby stillt dann nicht nur seinen Durst, sondern wird auch satt. Das nächtliche Stillen hat einen großen Einfluss auf das Körpergewicht und die Gesamtentwicklung des Kindes. Die Milch enthält in der Nacht nämlich mehr Fett, Natrium, Kalium und Eisen und weist einen höheren Kalorienwert auf. Mit der Zeit, wenn Ihr Kind wächst, verringert die Muttermilch ihren Anteil an Mineralien, die nun verstärkt in Form von Breien in die Ernährung Ihres Babys aufgenommen werden.

Stillen verbindet. . .

Während des Stillens entsteht eine starke emotionale Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Baby. Wenn Sie aus irgendeinem Grund nicht stillen können oder möchten, bedeutet das aber noch lange nicht, dass Sie diese Verbindung nicht herstellen können. Auch wenn Sie es mit dem Fläschchen füttern, können Sie Ihrem Baby sehr nahe sein – können es verwöhnen, umarmen, streicheln und liebevoll zu ihm sprechen. Nehmen Sie sich in jedem Fall viel Zeit für das Stillen. Und denken Sie daran: Es dient für Ihr Baby nicht nur der Nahrungsaufnahme, sondern befriedigt auch sein Bedürfnis nach Nähe.

Noch ein Vorteil: Wenn Sie stillen, wird sich Ihr Körper nach der Entbindung schneller wieder regenerieren. Beim Stillen wird Oxytocin abgegeben, das den Uterus schneller schrumpfen und die Nachblutungen nicht so lange andauern lässt. Außerdem werden Sie eher zu Ihrem Gewicht aus der Zeit vor der Schwangerschaft zurückkehren: Die Fettgewebeablagerungen, die sich während der neun Monate der Schwangerschaft angesammelt haben, werden nämlich für die Milchproduktion verwendet. Viele Mamis sagen auch, sie seien durch das Stillen ruhiger und geduldiger geworden. Probieren Sie es aus!

Stillen oder nicht: Wichtig ist die innige Beziehung zwischen Mami und Baby
Stillen verbraucht Fettreserven
Stillen verbraucht Fettreserven!

...und schützt mein Baby

Eine Vielzahl der in der Milch enthaltenen Substanzen schützen Ihr Baby vor Infektionen. Viele Untersuchungen weisen auch darauf hin, dass sich bei gestillten Kindern im Erwachsenenalter das Risiko für Kreislauferkrankungen oder Diabetes vermindert. Auch Übergewicht im Kindesalter oder in der Pubertät tritt seltener auf. Einige Untersuchungen legen sogar nahe, dass das Stillen bei Mamis das Risiko einer Erkrankung an Brust- oder Gebärmutterkrebs senkt.

 

Das brauche ich, das wiege ich

Muss ich jetzt eigentlich mehr oder weniger essen? Wenn Sie Ihr Baby stillen, haben Sie auch nach der Schwangerschaft einen erhöhten Energiebedarf - in der Regel brauchen Sie täglich rund 500 kcal als sonst. Empfehlenswert sind darum pro Tag fünf bis sechs Mahlzeiten, die Sie in ihrer Zusammenstellung aufeinander abstimmen können. Der Mehrbedarf lässt sich problemlos über die übliche abwechslungsreiche Mischkost decken. Mamis, die sich unsicher sind, ob sie genug essen, sollten darauf achten, ihr Gewicht konstant zu halten.

Eine ganz besondere Milch

Muttermilch ist eins der vielen Wunder rund um die menschliche Geburt. Sie schafft es, sich optimal den entwicklungsbedingten Bedürfnissen des Säuglings anzupassen und dementsprechend ihre Zusammensetzung und Konsistenz zu verändern. Wussten Sie, dass sogar die Jahreszeiten Einfluss auf den Milchgehalt nehmen? Im Sommer etwa ist sie wässriger, im Winter dafür umso energiereicher. Dazu kann es Schwankungen von Mahlzeit zu Mahlzeit geben, je nachdem wie viel Ihr Baby bei der Mahlzeit davor zu sich genommen hat. Beeinflusst wird die Zusammensetzung zu einem gewissen Anteil auch durch Ihre eigene Ernährung. Eine besonders fischreiche Ernährung zum Beispiel schlägt sich in einem erhöhten Anteil an Omega-3-Fettsäuren positiv nieder.


Was steckt eigentlich in der Muttermilch?

Mehr als tausend verschiedene Substanzen bilden in genau abgestimmter– aber wechselnder – Konzentration die Basis der Muttermilch. Pro 100 Gramm hat sie einen Nährwertgehalt von rund 67 kcal, die sich größtenteils aus folgenden Nährstoffen zusammensetzen: Rund 7 Gramm Kohlenhydrate, 4 Gramm Fett und 1,2 Gramm Eiweiß. Auch wichtige Abwehrstoffe werden durch die Muttermilch auf das Baby übertragen. Sieht man sich Muttermilch einmal ganz genau unter dem Mikroskop an, findet man einen großen Anteil an weißen Blutkörperchen. Sie dienen dazu, Bakterien, Viren und Pilzen zu bekämpfen. Darum sollte Muttermilch auch nicht erhitzt werden, da die weißen Blutkörperchen sonst absterben. Außerdem finden sich in der Muttermilch Lymphozyten und bestimmte Antikörper. Auch sie dienen dem Zweck, körperfremde und schädliche Substanzen zu beseitigen oder die Widerstandskräfte des Säuglings gegen bestimmte Krankheitserreger zu stärken.

Durch Muttermilch rundum geschützt!
 

Kohlenhydrate

Die Basis der in Muttermilch nachweisbaren Kohlenhydrate wird durch Laktose (Milchzucker) gebildet. Sie ist ein sogenannter Doppelzucker. Der erste Teil des Zuckers spaltet sich im oberen Teil des Darms ab und wird zu Galaktose – besonders wichtig für ein schnelles Gehirnwachstum. Der Rest der Laktose wandert in den unteren Teil des Darms und nährt die dort angesiedelten nützlichen Bakterien.

Fett

Die in der Muttermilch enthaltenen Fette bestehen hauptsächlich aus langkettigen, ungesättigten Fettsäuren. Besondere Erwähnung verdient das Cholesterin: Ihr Baby benötigt es besonders in den ersten drei Lebensmonaten für seine Gehirnentwicklung. Um Cholesterin verstoffwechseln zu können, braucht der Körper ein spezielles Enzym, die sogenannte Lipase. Auch sie wird über die Muttermilch vom Säugling aufgenommen. Generell gilt: Die Fettaufnahme der Mutter spiegelt sich beim Baby wider. Von eine Diät ist also während der Stillzeit besonders abzuraten, da dem Körper so möglicherweise die notwendigen Fette nicht zur Verfügung gestellt werden können.

Eiweiß

Der dritte Hauptbestandteil der Muttermilch ist das Eiweiß, auch Protein genannt. Es besteht aus einer Kette von Aminosäuren, die wie Kettenglieder aneinandergereiht sind. Die meisten Aminosäuren kann der menschliche Körper selbst herstellen. Einige essenzielle müssen allerdings von außen zugeführt werden. Aminosäuren haben unterschiedliche Funktionen im Körper. Das in der Muttermilch enthaltene Molkeneiweiß dient unter anderem der Verdauung, da es innerhalb von 2 bis 3 Stunden durch den Körper verwertet werden kann.

Vitamine

Neben Kohlenhydraten, Fett und Eiweiß spielen verschiedene Vitamine bei der kindlichen Entwicklung eine große Rolle. Entsprechend vitaminreich ist auch die Muttermilch. Im Angebot hat sie unter anderem verschiedene B-Vitamine und die Vitamine A, C, D, E, H und K.

Mineralstoffe

Auch Mineralstoffe dürfen im Versorgungspaket der Muttermilch nicht fehlen - sie benötigt Ihr Baby nämlich für sein Wachstum. Enthalten sind Kalium, Magnesium, Eisen, Natrium, Calcium und Zink, um nur einige zu nennen.