Die erste Phase der Geburt bezeichnet man auch als „Eröffnungsphase“. Die Kontraktionen, die mit den Wehen erfolgen, führen zu einer schrittweisen Öffnung des Muttermunds. Diese Phase gestaltet sich bei jeder Mami ganz individuell, darum gibt es auch keine Regel, wie langsam oder schnell sie ablaufen sollte.
Die zweite Phase nennt man auch die „Austreibungsphase“. Sie beginnt, sobald der Arzt oder die Hebamme die vollständige Öffnung des Muttermunds festgestellt hat. Während die erste Geburtsphase schon mal einige Stunden dauern kann, ist die zweite nach zehn oder zwanzig Minuten vorbei: Und dann können Sie Ihr Baby auch schon in den Arm nehmen!
Die dritte und letzte Phase ist die Nachgeburtsphase. Einige Mamis erhalten jetzt Oxytocin – das ist ein Hormon, das die Ausstoßung der Plazenta aus der Gebärmutter beschleunigt.
Obwohl sich die meisten Mamis eine Geburt auf natürlichem Wege wünschen, steht nicht allen diese Option offen. Es gibt Fälle, bei denen Ärzte entscheiden, dass ein Kaiserschnitt für die Gesundheit von Mutter und Kind besser ist. Oft wird eine solche Entscheidung schon frühzeitig getroffen und mit der Mutter eingehend besprochen. Es kann aber auch vorkommen, dass die Wehen bereits eingesetzt haben und sich eine natürliche Geburt als nicht möglich herausstellt. Dafür kann es ganz verschiedene Gründe geben. Die Ärzte entscheiden sich dann oft kurzfristig für einen Kaiserschnitt. Sie sollten sich darum über diese Möglichkeit zumindest einmal informiert haben, auch wenn Sie Ihr Baby gerne auf natürliche Weise zur Welt bringen möchten.
Wenn Sie sich entschieden haben, Ihr Kind zu stillen, haben Sie jetzt genügend Zeit, sich miteinander vertraut zu machen. Aber wie? Ganz einfach: Holen Sie das Kleine an Ihre Brust und probieren Sie aus... Die Milchbildung wird erst langsam in Gang gesetzt. Aber erst einmal ist es gar nicht so wichtig, wie viel Milch vorhanden ist, die Vormilch trinkt Ihr Baby sowieso nur in ganz kleinen Schlückchen. Wichtig ist vor allem, dass es die Milch trinkt - sie enthält nämlich viele Antikörper, die vor Infektionen schützen. Generell geht es in den ersten Tagen beim Stillen weniger um die Nahrungsaufnahme. Im Vordergrund stehen ganz andere Sachen: Nämlich das Riechen, Schmecken und Fühlen der Mutterbrust. Diese neue Erfahrung vermittelt dem kleinen Menschen Sicherheit, Geborgenheit und wird Sie beide noch mehr zusammenschweißen!

Da ist er, der Augenblick, auf den Sie mehr als neun Monate lang gewartet haben: Die Wehen setzen ein. Und nun wird alles etwas hektisch – kein Wunder, schon in einigen Stunden sind Sie Mutter!
Schon während des Geburtsvorgangs begegnet dem kleinen Körper eine Menge Neues: Zum ersten Mal füllen sich die unzähligen Lungenbläschen mit echter Atemluft: Bei den meisten Babys funktioniert die Atmung reflexartig innerhalb der ersten 20 Lebenssekunden, bei manchen muss auch mit einem Klaps auf den Po nachgeholfen werden. Die Welt, in die Ihr Baby hineingeboren wird, bildet im ersten Moment einen ziemlich heftigen Gegensatz zum wohlig-warmen Mutterleib: Das grelle Kreißsaal-Licht erschreckt das Neugeborene, schließlich war es bisher nur ein angenehm schummriges Halbdunkel gewöhnt. Auch dieses Klima hier ist ganz schön unangenehm: Mit einem Mal ist die permanente Sommerzeit im Bauch vorbei und der kleine Körper muss selbstständig seine Temperatur regulieren. Dann endlich, wenn die Hebamme das Kleine auf Ihren Bauch legt, kann es wieder dem wohlbekannten Herzschlag lauschen. Es spürt Ihre Wärme und gewinnt Vertrauen zu seiner neuen Umgebung: Mami ist da!